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Size Matters. Scale and Measure in Photography

Maßband

Es ist nicht ungewöhnlich, auf Fotografien zu stoßen, die metrische Skalen einschließen. Obwohl zahlreiche Zeichnungen und Drucke bereits vor der Erfindung der Fotografie Maßstäbe einschlossen, zeigte es sich, dass sich die neue Technik bestens eignete, maßstäbliche Verweise einzubeziehen. Der Erfolg eines solchen Vorgehens mag damit zusammenhängen, dass die Fotografie als eine Art mechanisches Instrument wahrgenommen wurde. Auch war sie von Beginn an in ein Klima des allgemeinen Interesses an metrischen Systemen eingebettet, welches sich in Frankreich in den 90er Jahren des 18. Jh.s herausgebildet hatte und sich 50 Jahre später über Europa verbreitete. Zum gleichen Zeitpunkt begannen auch die fotografischen Apparate die Aufmerksamkeit eines breiteren Publikums auf sich zu ziehen. Diese erklärt jedoch nicht alles. Obgleich die metrologischen Debatten Mitte des 19. Jh.s besonders heftig waren, gab es äußerst ambivalente Standpunkte. Darauf verweisen die Fotografien dieser Sektion, auf denen prominent platzierte Maßlatten neben solchen zu sehen sind, die sich an den Ränder befinden. Eine regelrechte Geringschätzung des Interesses an metrologischen Fragen kam auf und schon Goethe hatte erklärt, dass die Kunst nicht von dem verstanden werden kann, der sie vermisst. Die Maßeinheiten verschwanden demzufolge aus den Kunstbüchern und aus den Diskussionen, was dazu führte, dass sich im Hinblick auf eine Beschäftigung mit der Metrologie keine brauchbare Terminologie herausbildete. Die Fotografie glich dieses Fehlen aus, indem sie fehlende Maße durch Abbildungen von Referenzobjekte wie Personen, Leitern oder auch Schatten ersetzte. Letztere sollten helfen, eine Vorstellung für den dargestellten Raum und seine Größe zu vermitteln.


Nicolaus van Achst: Obelisk auf dem Petersplatz in Rom, Kupferstich, 17,9 x 32,5 cm, 1589, Inv. Nr. 94374

Nicht identifizierter Fotograf: Tür zur Cappella delle Reliquie im Tempio Malatestiano in Rimini, Albuminabzug, vor 1898, 43,6 x 32,5 cm, vor 1898, Inv. Nr. 851

Atelier Giacomo Brogi: Detail des Gesims des Palazzo Medici-Riccardi in Florenz, Albuminabzug, 25,6 x 20,3 cm, vor 1898, Inv. Nr. 2583

Ivo Bazzechi: Astronomischer Quadrant an der Fassade von Santa Maria Novella in Florenz, 153 x 153 cm, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 1960er/Anf.1970er, 23,4 x 17,4 cm, Inv. Nr. 540032

Paul Frankenstein: Fuß aus Porphyr, Länge 22 cm, Wien, Antikensammlung, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 12,0 x 17,1 cm, vor 1932, Inv. Nr. 86015

Atelier O.Böhm, Begräbnisurnen aus der Nekropole von Nin (Kroatien), Murano, Museo Vetrario, Höhe ca.28 cm (links), ca.33 cm (rechts), Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 15,1 x 11,3 cm (linkes Foto), 16,1 x 11,3cm (rechtes Foto), vor 1933, Inv.Nr. 90955

Nicht identifizierter Fotograf: Venus von Malta, Höhe ca. 13 cm, Malta, The National Museum of Archaeology Collection, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 16,5 x 11,8 cm, vor 1961, Inv. Nr. 171409

Nicht identifizierter Fotograf: Sitzendes Mädchen aus Bernstein, Höhe ca. 5 cm, New York, Metropolitan Museum, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 19,7 x 13,9 cm, vor 1998, Inv. Nr. 543644

Romualdo Moscioni: Bronzestatue des Heraklios oder “Koloss von Barletta” in Barletta, Höhe 450 cm, Albuminabzug, 37,6 x 25,2 cm, vor 1893, Inv. Nr. 4210

Luigi Artini: Seitenfassade des Florentiner Domes mit Arbeiter, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 23,6 x 17,2 cm, 1975, Inv. Nr. 579414

Ivo Bazzechi: Kapelle in Santi Apostoli in Florenz nach der Flut vom 4. November 1966, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 22,2 x 18,0 cm, Inv. Nr. 498173

Romualdo Moscioni: Südfassade der Kathedrale von Matera, Albuminabzug, 27,2 x 39,4 cm, vor 1893, Inv. Nr. 4281




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Romualdo Moscioni: Bronzestatue des Heraklios oder “Koloss von Barletta” in Barletta, Höhe 450 cm, Albuminabzug, 37,6 x 25,2 cm, vor 1893, Inv. Nr. 4210

© KHI in Florenz | 26.10.2020 05:50:34