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Size Matters. Scale and Measure in Photography

Größe

In der Dokumentarfotografie werden die Maßstäbe der abgebildeten Kunstwerke verändert, wodurch ihre Deutung erschwert wird. Ein Beispiel ist das Heilige Grab von Alberti, welches schon durch seine relativ kleinen Ausmaße von Interesse ist. Es kann weder als kleines Objekt noch als eigentliche Architektur bezeichnet werden – es ist weder transportierbar, noch bewohnbar – doch dieser doppeldeutige Status wird anhand der Fotografie nicht ersichtlich. Denn diese kann das Werk nur von einem einzigen Blickpunkt aus festhalten, der dann auch die Interpretation bestimmt. Gleichzeitig ist es der Fotografie möglich, ein Detail vergrößert oder ein Monument verkleinert wiederzugeben. Oft wird die Wirkung von Größe gänzlich aufgehoben, auch wenn es monumentale Proportionen sind, die ein Werk charakterisieren. Beispielsweise auf der Aufnahme vom Triclinium Papst Leos III. Das Triclinium wird in der Regel architektonisch gestaltet, doch ist in diesem Fall die Architektur außergewöhnlich, da hier die Form des Tabernakels oder der Ädikula in stark vergrößertem Maßstab verwendet wurde. Von der tatsächlichen Größe des Tricliniums geben die abgebildeten Personen auf der Fotografie dem Betrachter eine Vorstellung. Jedoch können diese Verweise durch das tatsächliche Format des Abzugs verschleiert werden, welches im Vergleich mit anderen Aufnahmen den Größenunterschied zwischen Triclinium und architektonischem Vorbild annulliert. Dies gilt auch für einen anderen hier gezeigten Fall: den Tempietto von Bramante.


Ivo Bazzechi, Heiliges Grab in San Pancrazio in Florenz, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 23,5 x 18,2 cm, 1960er/Anf. 1970er, Inv. Nr. 383646

Atelier Brogi: Triclinium des Papestes Leo III. in Rom, Albuminabzug, 24,7 x 19,2 cm, vor 1900, Inv. Nr. 245155

Nicht identifizierter Fotograf: Reliquiar der Heiligen Ordensgründer, 17./18. Jh., Florenz, San Lorenzo, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 22,0 x 16,2 cm, vor 1959, Inv. Nr. 139779

Nicht identifizierter Fotograf: Reliquiar, Florenz, San Lorenzo, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 17,3 x 12,0 cm, vor 1959, Inv. Nr. 162038

Nicht identifizierter Fotograf: San Pietro in Montorio in Rom, Albuminabzug, 37,4 x 26,2 cm cm, vor 1900, Inv. Nr. 13871

Nicht identifizierter Fotograf: Holzmodell von San Pietro in Montorio, 19. Jh., Höhe 105,2 cm, London, Victoria and Albert Museum, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 25,8 x 19,0 cm, vor 1987, Inv. Nr. 445427

Nicht identifizierter Fotograf: Holzmodell des Entwurfs von Pier Francesco Silvani für San Firenze in Florenz, vor 1668, 270 x 160 x 250 cm, Florenz, Museo Bardini, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 14,7 x 10,3 cm, vor 1972, Inv. Nr. 280018

Atelier Anderson: Modell des Mausoleums für Augustus, Rom, Castel San Angelo, Silbergelatinabzug, 25,8 x 20,0 cm, vor 1930, Inv. Nr. 61671

Paolo Bacherini: Holzmodell nach einem Entwurf Michelangelos für die Fassade von San Lorenzo in Florenz, 1518, 216 x 283 x 50 cm, Florenz, Casa Buonarroti, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 17,6 x 23,4 cm, 2002, Inv. Nr. 575968

Pozzi-Bellini: Fuss der Statue des Apennin von Giambologna, Pratolino, Park der Villa Demidoff, Gesamthöhe ca. 10 m, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 23,9 x 16,3 cm, vor 1980, Inv. Nr. 368452

Romualdo Moscioni: Castel del Monte (Bari), Albuminabzug, 27,0 x 38,8 cm, vor 1893, Inv. Nr. 4254

Nicht identifizierter Fotograf: Römischer Aquädukt in Segovia, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, 12,5 x 18,0 cm, 1932, Inv. Nr. 323548




© KHI in Florenz | 24.09.2020 23:13:21