font-awesome-load
material-design-icons-load

Zeichnungen aus den Uffizien – neu gesehen

Neuerwerbungen

In den letzten Jahren beschränken sich die Ankäufe des Gabinetto Disegni e Stampe nicht nur auf Werke aus früheren Epochen, sondern schließen auch zeitgenössische Werke mit ein. Erklärtes Ziel ist es, in der Sammlung verschiedene Tendenzen der europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts zu dokumentieren. Damit knüpft man an die weitsichtigen Sammlungsintentionen an, die besonders Leopoldo de’ Medici, aber auch die Lothringer auszeichneten. Aus den Erwerbungen zum 15. bis 19. Jahrhunderts soll auf den „Triumphzug all'antica“ (Inv. 123217) des Bolognesen Amico Aspertini verwiesen werden, der Ende des 15. Jahrhunderts während Aspertinis erstem römischen Aufenthalt entstand und 2008 angekauft wurde. Ebenso zählen dazu Giovanni Bagliones Blatt „Die Zeit enthüllt dem Frieden die Wahrheit“ (Inv. 123096), eines seiner seltenen Blätter profanen Inhaltes, und Ludovico Cigolis „Luzifer“ (Inv. 123201), der sich dafür am letzten Gesang der „Hölle“ in Dantes „Göttlicher Komödie“ inspirierte. Die beiden Zeichnungen kamen 2006 bzw. 2007 in die Sammlung. Hinzuweisen ist auch auf eine kompositorische Studie für die Sala dell’Iliade im Palazzo Pitti, ein Werk Luigi Sabatellis – welche im Jahr 2009 angekauft wurde (Inv. 123364). Ins 20. Jahrhundert datieren die beiden Entwürfe des Bildhauers Adolfo Wildt für den Zyklus „Le grandi giornate di Dio e dell’Umanità“ (Inv. 123090 und Inv. 123095), wofür er 1925 den Auftrag erhielt. Die fünf Kopfstudien des Schweizers Alberto Giacometti spiegeln in ihren nachdrücklich und fast schmerzlich ansetzenden Linien unübersehbar die Auffassung des Künstlers von der menschlichen Existenz wider (Inv. 123220). Schließlich sei noch die Gouache-Zeichnung „Sans Titre“ (Inv. 123219) des Franzosen Jean Fautrier aus dem Jahre 1946 genannt. Sie gehört zu der Serie „Otages“ - dreiunddreißig Leinwände mit der Darstellung gesichtsloser Köpfe und Leichenwagen. Der Künstler hatte sie in der psychatrischen Anstalt in Chatenay ausgeführt, wohin er 1943 geflüchtet war. Die drei letztgenannten Werke gingen 2005 bzw. 2008 in den Besitz des Zeichnungskabinetts über.


Amico Aspertini (1473/75-1552), Triumphzug all'antica, Inv. 123217

Lo Schiavone (um 1515-1563), Drei Engel erscheinen Abraham und Sarah, Inv. 123202

Il Cigoli (1559–1613), Luzifer, Inv. 123201

Giulio Cesare Procaccini (1574–1625), Kopfstudie, Inv. 123363 r.

Giulio Cesare Procaccini (1574–1625), Kopfstudie, Inv. 123363 r.

Giulio Cesare Procaccini (1574–1625), Handstudie, Inv. 123363 v.

Giovanni Andrea De Ferrari (1598?-1669?), Jakob bittet Laban um die Hand Rahels, Inv. 123091

Luigi Sabatelli (1772–1850), Juno lässt sich von den Nymphen einkleiden, um ihren Gemahl Jupiter zu verführenr, Inv.123364

Vincenzo Gemito (1856-1929), Kopf eines dunkelhäutigen Jungen, Inv. 123092

Adolfo Wildt (1868-1931), Ad metalla (aus dem Zyklus „Le Grandi Giornate di Dio e dell’Umanità“), Inv. 123090

Adolfo Wildt (1868-1931), Dei et Christi eius aevum (aus dem Zyklus "Le Grandi Giornate di Dio e dell’Umanità"), Inv. 123095

Jean Fautrier (1898-1964), Sans titre, Inv. 123219

Primo Conti (1900-1988), Porträt Nello Tarchianis, Inv. 123049

Alberto Giacometti (1901-1966), Fünf Kopfstudien, Inv. 123220 r.

Alberto Giacometti (1901-1966), Verso des Blattes "Fünf Kopfstudien", Inv. 123220 v.




© KHI in Florenz | 26.09.2020 09:38:37