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Natural artifizio – artifiziosa natura: Grotten der frühen Neuzeit in Italien

Fonte Doria

Die von Galeazzo Alessi 1548/49 errichtete Fonte Doria im Stadtteil Fassolo ist die früheste uns bekannte Genueser Grottenanlage. Der Bau, der hinsichtlich des oktogonalen Bautypus wie auch des Dekorationssystems für die späteren Genueser Anlagen als Vorbild fungierte, entstand vermutlich im Auftrag des Genueser Flottenkapitäns Erasmo Doria Galleani aus dem näheren Umfeld Andrea Dorias. Ehemals gehörte die Grotte zur Villa Doria del Gigante, ist jedoch heute von modernen Wohnbauten umgeben aus ihrem ursprünglichen Gartenkontext herausgelöst. Das Vestibül der Anlage ging im Zweiten Weltkrieg verloren, während im oktogonalen Hauptraum ein umfassender mythologischer Mosaikenzyklus erhalten blieb. Zwischen monumentalen Hermenpfeilern sind an den Seitenwänden Relieffiguren des Nil und des Tiber zu erkennen, die auf die antiken Flußgötter des vatikanischen Belvederehofes anspielen. Darüber erhebt sich die Kuppel mit acht größtenteils Ovids Metamorphosen entnommenen Darstellungen, die hier in Form eines Meereszyklus zum Ruhm des Doria-Clans und seiner Flottenerfolge instrumentalisiert werden. Der die Wogen besänftigende Neptun mit den Meeresrossen steht an prominenter Stelle gegenüber dem Eingang, seitlich schließen sich ihm Szenen mit Perseus und Andromeda, Nessus und Deianira, Galatea mit Polyphem, Arion sowie Venus auf einem Triton an.


Zerstörtes Vestibül

Ostseite, Wasserbecken mit Hermenpfeilern

Nordostwand, Flussgott Tiber

Innenraum, Herme

Innenraum

Kuppel, Pferde des Neptun

Kuppel, Perseus und Andromeda

Kuppel, Triton und Venus

Kuppel, Nessus und Deianira




© KHI in Florenz | 27.09.2020 13:05:40