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Natural artifizio – artifiziosa natura: Grotten der frühen Neuzeit in Italien

Grotta Pallavicino

Die Grotta Pallavicino entstand Anfang der 1560er Jahre im Auftrag des Genueser Kaufmanns und Alaunhändlers Tobia Pallavicino. Anders als die Fonte Doria ist sie durch eine vorgelagerte dorisierende Portikus in engen architektonischen Bezug zur oberhalb gelegenen Villa Pallavicino delle Peschiere gesetzt. Das Innere der Grotte, deren Ausstattung unter der Leitung von Giovanni Battista Castello erfolgte, gliedert sich in ein Vestibül mit dem Wappen der Pallavicino im Gewölbespiegel und einen ovalförmigen Hauptraum mit reich artikulierter Wand- und Gewölbestruktur. Zwischen Statuennischen öffnen sich hier wie Schaukästen in die Wand eingelassene Nebenräume mit Brunnenbecken, in denen – einem Einblick ins Erdinnere gleich – kunstvolle Kalksinter und Stalaktiten sichtbar werden. Die Gewölbekappen zieren antikisierende Architektur- und Landschaftsszenen, für deren Details, etwa die antike Porta di Spello oder die Trajanssäule, man Vorlagen aus Sebastiano Serlios Architekturtraktat verwendete. Ein Zodiakus als ringförmiger Abschluß des Gewölbes läßt sich mit der Grotte als Abbild des Kosmos aus Porphyrius’ antikem Traktat „De antro nympharum“ in Verbindung bringen. Zugleich erinnert er an die in der zeitgenössischen Mineralogie verbreitete Theorie vom Einfluß der Gestirne auf das Nachwachsen kostbarer Steine und Mineralien im Innern der Erde und damit an die Grotte als Ort der Metamorphose und Kristallisationspunkt der Kräfte der Natur.


Fassade der Portikus

Eingang mit Vestibül

Vestibülgewölbe

Brunnennische im Vestibül

Hauptraum

Gewölbezwickel der Kuppel mit Porta di Spello

Detail der Kuppel mit Trajanssäule

Kuppel mit Zodiacus

Hermenpilaster im Hauptraum




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Detail der Kuppel mit Trajanssäule

© KHI in Florenz | 19.01.2021 07:05:55