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Natural artifizio – artifiziosa natura: Grotten der frühen Neuzeit in Italien

Grotta Pavese

Die Grotte im Genueser Villenvorort Sampierdarena entstand im Auftrag des aus Savona stammenden Adligen Camillo Pavese anläßlich seiner Hochzeit 1594 mit der Genuesin Maria Doria. Die mit einer kostbaren Ausstattung versehene Grotte, an der Bankette und Theateraufführungen überliefert sind, bot dem von außen zugezogenen Bauherrn die Möglichkeit, sich innerhalb der Genueser Adelsschicht zu profilieren. Der Bau gliedert sich in ein Vestibül und ein von Pfeilern umstelltes Oktogon, die ringförmig von einem Wasserbecken umschlossen werden. Das komplexe Ausstattungsprogramm setzte sich aus den figürlichen Mosaiken sowie nicht erhaltenen antiken Statuen zusammen, die in Wandnischen jenseits des äußeren Wasserringes aufgestellt waren. Im Gewölbe des Vestibüls empfangen den Besucher konzertierende Musen als festliches Geleit beim Eintritt in die Grotte. Diese flankieren Darstellungen der Vier Elemente, deren Verwandlung und Vermischung als Urstoffe des Seins man seit der Antike traditionell im Innern von Grotten verortete. Im Zentrum der Kuppelmosaiken im Hauptraum steht das Thema der Keuschheit mit den Mythen von Diana und Aktaion, der Schwangerschaft Kallistos sowie der Verführung Proserpinas durch Jupiter. In plastischen Vogelfiguren installierte „scherzi d’acqua“ erinnerten den Besucher hier spielerisch an die bedrohlichen Verwandlungskräfte des Wassers als Mittel der Metamorphose gegenüber unwürdigen Gästen in der Nymphengrotte.


Ansicht der Fassade

Ansicht der Fassade

Ansicht des Innenraums

Blick ins Vestibülgewölbe

Vestibülgewölbe mit Musikantin

Vestibülgewölbe mit den Elemente Wasser und Erde

Ansicht der Kuppel

Detail der Kuppel mit Aktaion

Oktogonarkade mit Vogelplastik




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Vestibülgewölbe mit Musikantin

© KHI in Florenz | 20.01.2021 13:51:23