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Natural artifizio – artifiziosa natura: Grotten der frühen Neuzeit in Italien

Die Grotte des Balazzo Balbi Senarega

Die zwischen 1645 und 1649 von Francesco Maria Balbi im Garten seines Stadtpalastes erbaute Grotte wird bereits vom Straßenportal durch die Säulenstellungen des Innenhofes hindurch sichtbar. Der Bau, der sich mit einer loggienähnlichen Struktur bühnenartig zum Garten hin öffnet, ist im Unterschied zu den anderen Grotten gänzlich als Brunnenbecken gestaltet und damit selbst nicht zugänglich. An der Fassade stehen überlebensgroße Stuckfiguren des Jupiter und Charon; aus der zentralen Nische im Inneren scheint Neptun mit den Meeresrossen über einer ehemals rauschenden Wassertreppe auf den Betrachter zuzufahren. Die an den Schmalseiten einander gegenüberstehenden Figuren dürften einerseits Pluto und andererseits die von ihm in die Unterwelt entführte Proserpina darstellen. Der alljährliche Aufbruch Proserpinas zur Erdoberfläche am Beginn des Frühlings deutet sich hier durch ihren nach oben gerichteten Zeigegestus an, dem Pluto – bereits über den trennenden Unterweltsfluß hinweg – einen Abschliedsgruß erwidert. Die Gewölbezone der Grotte zieren Mosaikdarstellungen der unbeständigen Fama mit ihren nach oben und unten gerichteten Trompeten und seitlich anschließende Amor-Figuren in Medaillons.


Innenhof mit Garten

Außenansicht der Grotte

Grottenfassade mit Charon

Zentrale Nische mit Neptun

Östliche Nische mit Pluto

Westliche Nische mit Proserpina

Zentrales Gewölbejoch mit Fama

Östliches Gewölbejoch mit Meerwesen




© KHI in Florenz | 19.06.2021 06:06:03