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Cimelia Photographica

Cimelia Photographica: 1850-1900

Im Jahre 1826 gelang dem Franzosen Nicéphore Niépce die Reproduktion eines Kupferstichs, die allein durch Lichteinwirkung auf eine vorher mit lichtempfindlichem Material behandelte Vorlage sowie eine ebenso präparierte Platte entstanden war. Diese Heliographie („Sonnenzeichnung“) stand am Anfang einer revolutionären Entwicklung von fotochemischen Techniken. Wenig später gelang es Niépce, mit Hilfe dieses Verfahrens auch Ansichten „nach der Natur“, die beim Blick durch eine Kamera zu sehen waren, dauerhaft auf einer Platte zu fixieren. Der parallel zu Niépce mit ähnlichen Experimenten beschäftigte Louis Daguerre entwickelte das von Niépce entdeckte Verfahren weiter. Doch die nach ihm benannten Daguerreotypien hatten den Nachteil, dass sie rasch verblichen, wenig Farbsensibilität aufwiesen, die Objekte seitenverkehrt abbildeten – und vor allem nicht reproduzierbar waren. Die beiden letztgenannten Probleme konnten mit der Erfindung des Negativ-Positiv-Verfahrens durch den Engländer William Henry Fox Talbot jedoch bald behoben werden. In den folgenden Jahrzehnten bemühte man sich v.a. darum, Belichtungszeiten zu verkürzen, die Farbsensibilität und Haltbarkeit des fotografischen Materials zu verbessern und geeignete Bildträger für die Positivabzüge zu finden. So benutzte man ab 1850 Albuminpapier, das mit Eiweiß beschichtet wurde und im Gegensatz zum bisher verwendeten Salzpapier Schärfe und Detail des Negativs gut wiedergab. Doch erst der Kohledruck lieferte ab Mitte der 1860er Jahre lichtbeständige Abzüge mit einem breiten Kontrast- und Tonwertreichtum. Zahlreiche Abzüge unter den Cimelien der Photothek zeugen von diesen frühen Techniken. Gleichzeitig verdeutlichen sie den Zusammenhang zwischen den Kunstreproduktionstechniken und der methodischen Entwicklung der Kunstgeschichte.


Romualdo Moscioni: Trajansbogen in Benevent, Albuminabzug, vor 1893. Foto: 37,8 x 26 cm (Inv.-Nr. 4215)

Romualdo Moscioni: Kathedrale von Ruvo, Albuminabzug, vor 1893. Foto: 39,4 x 25,5 cm (Inv.-Nr. 4309)

Nicht identifizierter Fotograf: San Bernardino in Perugia, Albuminabzug, vor 1898, Nachlass Hermann Ulmann. Foto: 34,8 x 26 cm (Inv.-Nr. 856)

Nicht identifizierter Fotograf: San Geminiano in Modena, Albuminabzug, 1868, Nachlass Cornel von Fabriczy. Foto: 25,8 x 19,6 cm (Inv.-Nr. 26382)

Paolo Lombardi: Cappella di Piazza auf der Piazza del Campo in Siena, Albuminabzug, vor 1899. Foto: 25,8 x 19,6 cm (Inv.-Nr. 88171)

Nicht identifizierter Fotograf: Fondaco dei Turchi in Venedig, Albuminabzug, vor 1861. Karton: 6,2 x10,8 cm (Inv.-Nr. 418099)

Carlo Naya: „Giulio Romano: Hochzeit von Amor und Psyche (Detail), Fresko im Palazzo del Tè in Mantua“, albuminierter Salzpapierabzug?, 1850er Jahre. Foto: 26,6 x 34,1 cm (Inv.-Nr. 13922)

Antonio Perini: „Giorgione (später Giovanni Cariani) zugeschrieben: Figurengruppe, Zeichnung aus der Accademia in Venedig“, Albuminabzug, um 1856. Foto: 18,9 x 22,9 cm (Inv.-Nr. 9887)

Luigi Brillet-Buyet: „Tito Lessi, Die Bücherfreunde”, Albuminabzug, 1883. Karton: 22,3 x 27,2 cm (Inv.-Nr. 435166)

Nicht identifizierter Fotograf: „Paolo Veronese zugeschrieben: Die Toilette der Venus, Mailänder Privatsammlung“, Kohledruck?, Nachlass Detlev van Hadeln. Foto: 26,5 x 23,4 cm (Inv.-Nr. 406247)

Adolphe Braun & Cie.: „Franciabigio: Porträt eines jungen Mannes, Institut of Fine Arts in Detroit“, Kohledruck, 1904. Karton: 69,5 x 54 cm (Inv.-Nr. 5149)

Nicht identifizierter Fotograf: „Domenico Rosselli, Madonna mit Kind, Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld“, Albuminabzug, Nachlass Cornel von Fabriczy. Foto: 22,8 x 16,4 cm (Inv.-Nr. 11123)




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Carlo Naya: „Giulio Romano: Hochzeit von Amor und Psyche (Detail), Fresko im Palazzo del Tè in Mantua“, albuminierter Salzpapierabzug?, 1850er Jahre. Foto: 26,6 x 34,1 cm (Inv.-Nr. 13922)

© KHI in Florenz | 16.09.2021 20:16:39