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Georgien

Swetizchoweli (Mzcheta)

Der Legende nach brachte der jüdische Priester Elias das Gewand Christi nach Mzcheta und übergab es seiner Schwester Sidonia, die es an ihre Brust presste und verstarb. Sidonia wurde zusammen mit dem Gewand in Mzcheta begraben. Genau an dieser Stelle errichtete im 4. Jh. Mirian, der zum Christentum bekehrte König von Kartli, die erste Kirche. Während der Bauarbeiten ereignete sich ein Wunder im Zusammenhang mit einer Zeder, die neben der Grabstelle des Gewandes gefällt wurde: Nachdem man bereits sechs Pfeiler errichtet hatte, war die Errichtung des siebten Pfeilers an eben diesem Ort erst nach einem Gebet der hl. Nino möglich. Aus dem Pfeiler floss Myrrhe, das zahlreichen Kranken Linderung brachte. Der Name der Kathedrale leitet sich von diesem Wunder ab. Swetizchoweli bedeutet "lebensspendender Pfeiler“. In den 20er Jahren des 5. Jahrhunderts wurde die von König Mirian errichtete Kirche zerstört und in den 80er Jahren desselben Jahrhunderts von Vakhtang Gorgasali durch eine steinerne Basilika ersetzt. Zwischen 1010 und 1029 baute der Architekt Arsukidze eine neue Kathedrale: die Swetizchoweli-Kathedrale, Grabstätte der georgischen Könige und größte Kirche des Landes. Ihr Stifter war Katholikos Melchisedec I. Sie besitzt einen längsrechteckigen Grundriss mit eingeschriebenem Kreuz. Die Fassaden der Kathedrale sind mit Blendarkaden gegliedert, und die Fenster werden von konvexen ornamentierten Rahmen eingefasst. Zu beiden Seiten der mittleren Blendarkade der Ostfassade ist jeweils eine tiefe trichterförmige Nische eingeschnitten. Hier haben sich zudem Reliefs des 5. Jahrhunderts erhalten. Die Kathedrale wurde mehrfach umgebaut, entscheidende Veränderungen erfolgten zwischen 1413 und 1440 unter Alexander I. Aus dieser Zeit stammt die Kuppel. Das Grabmal der hl. Sidonia wurde zwischen 1678 und 1688 an der Stelle errichtet, an der sich der lebensspendende Pfeiler befunden hatte.


Ansicht von Südosten (Foto: Dror Maayan)

Ansicht der Kuppel (Foto: Dror Maayan)

Westfassade (Foto: Dror Maayan)

Pfau, Anfang 11. Jh., Nordfassade (Foto: Dror Maayan)

Stierkopf, Kopie des 20. Jh.s nach Original des 11. Jh.s, Portal des Torhauses (Foto: Dror Maayan)

Stierkopf und Engel, 5. u. 11. Jh., Ostfassade (Foto: Dror Maayan)

Bauornamente am Mittelfenster der Nordfassade (Foto: Dror Maayan)

Grabmal der heiligen Sidonia, 1678/1688, südliches Seitenschiff (Foto: Dror Maayan)




© KHI in Florenz | 26.09.2020 17:25:08