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Georgien

Gelati

Die Klosteranlage von Gelati liegt an einem bewaldeten Berghang im Flusstal der Zchaltsitela. Sie wurde ab 1106 auf Anweisung König David Aghmashenebelis („der Erbauer“) errichtet, jedoch erst von seinem Sohn Demetrius vollendet. Ihre Akademie förderte die Künste und Wissenschaften entsprechend dem Vorbild Konstantinopels, was die Bedeutung der klösterlichen Zentren für das kulturelle Leben in Georgien belegt. Hier entstanden illuminierte Handschriften und Goldschmiedearbeiten. Das Kloster Gelati wurde auch als zweites Jerusalem und „neues Athen“ gepriesen. Die einzelnen Gebäude haben sich außerordentlich gut erhalten. Neben der Kirche der Geburt Christi und dem Katholikon, einem großen kreuzförmigen und überkuppeltem Bau mit von Arkaden durchbrochenen Fassaden, gibt es zwei kleinere Kirchen: die St. Georgs-Kirche und die St. Nikolaus-Kirche. Während Erstere das Schema des Katholikons wiederholt, handelt es sich bei Letzterer um einen zweistöckigen Bau, welcher sich über einem Portikus erhebt. Das Innere des Katholikons ist vollständig freskiert, allerdings ist der größte Teil der ursprünglichen Wandmalereien verloren. Malereien des 12. Jh.s, die einen Zyklus zum ökumenischen Konzil darstellen, haben sich im Narthex erhalten. Die Apsis der Kirche ist mit einem außergewöhnlich großen Mosaik geschmückt, das eine stehende Madonna mit Kind, die Kyriotissa, flankiert von den Erzengeln Michael und Gabriel, zeigt. Mittelalterliche georgische Mosaike sind ausgesprochen selten, wenige weitere haben sich lediglich in Fragmenten erhalten. Das zwischen 1125 und 1130 entstandene Mosaik liefert einen weiteren Beleg für die besondere Beziehung des Klosters zu Byzanz. Die Inschriften sind griechisch, und einige stilistische Merkmale stehen der Kunst der Komnenen nahe. Die meisten der erhaltenen Fresken stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.


Gesamtansicht der Klosteranlage (Foto: Dror Maayan)

Ansicht des Katholikon und der St. Georgs-Kirche von Nordosten (Foto: Dror Maayan)

Katholikon von Südosten (Foto: Dror Maayan)

Südfassade der St. Nikolaus-Kirche (Foto: Dror Maayan)

Katholikon: Ansicht der Vierung und der Ostapsis (Foto: Dror Maayan)

Katholikon: Nordöstliches Zwickelfeld der Kuppel mit dem Evangelisten Lukas, 16. Jh. (Foto: Dror Maayan)

Maria mit Kind und den Erzengeln Gabriel und Michael, Mosaik, 12. Jh. (stark restauriert im 16. Jh.), Katholikon, Ostapsis (Foto: Dror Maayan)

Erzengel Gabriel (Detail), Mosaik, 12. Jh. (stark restauriert im 16. Jh.), Katholikon, Ostapsis (Foto: Dror Maayan)




© KHI in Florenz | 26.09.2020 17:10:10