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ZANG TUMB TUUM… 100 Werke des Futurismus

Bühnenkunst

Zeugten schon die „Serate futuriste“, bei denen die Futuristen neue Ideen und Manifeste provokant vortrugen, von ihrem Talent zur Schauspielerei und Improvisation, so fanden sie in der Theaterwelt eine neue Perfektion. Marinettis „Manifesto dei drammaturghi“ (1911) ruft zu neuen Themen auf, vier Jahre später sollte „Il teatro futurista sintetico“ mit alten Traditionen brechen. Das neue Theater sollte synthetisch sein, d.h. sehr kurz und auf das Wesentliche beschränkt, wobei unzählige Situationen und Eindrücke aufeinander trafen. Auch das Publikum sollte einbezogen werden, indem die Handlung von der Bühne auf die Zuschauer übergreift. In der Komödie „La congiura dei passeri“ (1927) stellt Giovanni Gerbino in allegorischer Form einige der Theorien Marinettis dar. Auch in der Musik sollten die alten Formen aufgebrochen und ein Weg gefunden werden, die rasanten Entwicklungen der modernen Gesellschaft widerzuspiegeln. Dies gelang Luigi Russolo mit seiner Geräuschmusik (Bruitismus). Der Klang der lauten neuen Welt wurde nicht durch Töne, sondern Geräusche wiedergegeben, die von eigens erfundenen Instrumenten (Intonarumori) produziert wurden. Russolo gilt heute als einer der Väter der elektronischen Musik. Als berühmtester Komponist futuristischer Musik kann Francesco Balilla Pratella gelten, der 1910 mit dem „Manifesto dei musicisti futuristi“ der Bewegung beitrat.




© KHI in Florenz | 24.09.2020 18:46:22