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Hilde Lotz-Bauer

Giambologna

Der flämische Künstler Giambologna oder Giovanni Bologna (1524-1608) wurde 1563 nach Bologna berufen, um dort einen großen Stadtbrunnen mit der Statue des Neptun zu schaffen. Schon der Bozzetto in Bronze (Bologna, Museo Civico) fällt auf durch seine gewaltige Muskulatur, die Torsion seines Körpers, die Anlehnung an die Antike und nicht zuletzt durch den ausdrucksstarken Kopf, der von Kriegbaum mit Michelangelos Moses verglichen wurde. Putten und wasserspeienden Delphine sind der antiken Formensprache entlehnt. Giambolognas Kleinbronzen, die seinen Weltruhm mitbegründeten, wurden nach den Originalmodellen erstellt und an Freunde der Medici verschenkt. Die hier gezeigte Figur des Apoll hingegen ist keine Reproduktion, sondern ein Originalmodell, das ca. 1573 im Studiolo Francesco de’ Medicis aufgestellt wurde. Selbst für diese Nischenfigur verwendete Giambologna das Prinzip der Vielansichtigkeit. Die hier schon angedeutete Linie der „figura serpentinata“ weist auf sein Hauptwerk, den Raub der Sabinerinnen (Loggia dei Lanzi, 1583), hin. Im Auftrag des Genueser Luca Grimaldi führte Giambologna sechs lebensgroße Tugendfiguren für die Kapelle des Heiligen Kreuzes in Genua aus, von denen die Gewandfigur der Caritas, 1579 entstanden, heute in der Eingangshalle der Universität von Genua aufgestellt ist.


Apoll

Oberkörper des Apoll

Rückansicht des Apoll

Neptun

Der Kopf des Neptun

Die Statuette der Caritas

Caritas mit einem Kind




© KHI in Florenz | 13.11.2019 10:38:02