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Hilde Lotz-Bauer

Michelangelo

Die Allegorie der Nacht von Michelangelo (1475-1564) nimmt in der Ausstattung der Neuen Sakristei in S. Lorenzo einen besonderen Platz ein. Die Allegorie befindet sich am Sarkophag des Fürsten Giuliano de’ Medici (um 1526). In seinen Studien bezog Kriegbaum diese Figur auf Michelangelos Gemälde der Leda mit dem Schwan, nur dass sie jetzt als Schlafende von Symbolen umgeben ist: Halbmond und Stern auf dem Haupt, Mohnfrüchte in der Girlande, Eule und Maske. Die Detailfotos von Hilde Lotz-Bauer machten Kriegbaum ein analytisches, stilistisches Vergleichen erst möglich. Aufgestellt gegenüber dem Altar der Neuen Sakristei steht die Madonna (1521) zwischen den Heiligen Cosmas und Damian. Auch hier hat die Fotografin nur Ausschnitte aufgenommen, die den Kopf in seiner makellos klassischen Schönheit in Profil sowie in fast frontaler Ansicht wiedergeben. Kriegbaum sah in der Wendung des Kindes etwas Genrehaftes, während die Madonna kaum einen Bezug auf ihre Funktion als Mutter aufweisen würde. Die vor 1550 in Rom begonnene Pietà mit Maria und Christus, von Nikodemus und der knienden Maria Magdalena gestützt, gehört zu den unvollendeten Alterswerken Michelangelos. Unzufrieden mit dem Material, meißelte er dieses Marmorwerk nur in groben Umrissen aus. Deutlich erkennbar sind eine spätere Überarbeitung der Maria Magdalena sowie Ergänzungen des Christus durch seinen Schüler Tiberio Calcagni. Diese Pietà hatte Michelangelo für sein eigenes Grab konzipiert. Der Kopf des Nikodemus, den Kriegbaum ein „seelisches Selbstbildnis“ nennt, wurde häufig als Selbstporträt interpretiert.


Der Kopf der Allegorie der Nacht

Der Waldkauz zu Füßen der Allegorie der Nacht

Maske an der Allegorie der Nacht

Madonna mit Kind aus San Lorenzo

Das Profil der Madonna

Dreiviertelansicht der Madonna

Das Christuskind

Pietà im Dommuseum

Nikodemus aus der Pietà-Gruppe




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Der Kopf der Allegorie der Nacht

© KHI in Florenz | 10.12.2019 22:50:52