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Casa Zuccari

Bögen

Nicht nur Puttenpaare schmücken die Bögen, sondern ebenfalls Episoden aus dem Leben des antiken griechischen Fabeldichters Aesop. Die Szene in der Scheinarchitektur der Westwand ist bislang nicht identifiziert. Die anderen Szenen zeigen den unbeliebten, buckeligen und stummen Dichter als Sklaven, der sich durch Gewitztheit dennoch Anerkennung verschafft. In der Episode auf der Fensterseite wird Aesop von den anderen Sklaven verleugnet, trotz Verbotes während der Ernte Feigen gegessen zu haben. Er erbricht sich, um seine Unschuld zu beweisen. Seine Verleugner müssen es ihm nachtun und werden so der Lüge überführt. In der nächsten Szene versucht der Philosoph Xantus seinen Küchensklaven Aesop für ein vorausgegangenes Ereignis zu strafen, indem er ihn anweist, vier Schweinshaxen zuzubereiten und ihm unbemerkt eine aus der Pfanne nimmt. Aesop bemerkt die Falle, hackt einem Schwein den Lauf ab und kocht schließlich fünf Haxen, da Xantus inzwischen reumütig die entwendete zurückgelegt hatte. Als dieser bei Tisch eine Erklärung für die fünfte Haxe erfragt, verweist Aesop auf die richtige Berechnung, wonach sich fünf in der Pfanne befänden und im Hof ein Schwein mit nur noch drei Läufen umhergehe. In der dritten Szene folgt eine Schar von Sklaven ihrem neuen Besitzer. Während alle anderen die leichteren Behältnisse auswählen, entscheidet sich Aesop für einen schweren Brotkorb, der allerdings nach den Mahlzeiten immer leichter wird. Die anderen Sklaven erkennen die Klugheit des hässlichen, verfemten Sklaven. Die Aesop-Szenen sind vermutlich im Zusammenhang mit der öffentlichen Ablehnung der Fresken Zuccaris in der Florentiner Domkuppel entstanden.


Unidentifizierte Aesop-Szene (Fotografen Rabatti & Domingie)

Aesop und die verbotenen Feigen (Fotograf Bacherini)

Aseop bei Xantus (Fotograf Bacherini)

Aesop mit dem Brotkorb (Fotograf Bacherini)

Puttenmedaillon (Fotograf Bacherini)

Puttenmedaillon (Fotograf Bacherini)

Puttenmedaillon (Fotograf Bacherini)




© KHI in Florenz | 28.11.2020 14:20:48