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Encounters: Migrants * Photographers * Artists * Activists

Morteza Khaleghi

Afghanistan ist ein Land im Herzen Asiens. Seit 40 Jahren leidet es unter Krieg. Über Jahre hinweg waren die Afghanen die größte Flüchtlingsgruppe der Welt. Mehr als sechs Millionen Afghanen sind aus ihrem Land geflohen, um ihr Leben zu retten. Die Meisten haben in Nachbarländern wie dem Iran und Pakistan Zuflucht gesucht. Diese Menschen wurden lange von der Welt vergessen. Sie wurden diskriminiert und übernahmen die schlechtesten Jobs um zu überleben. Eine ganze Generation von Afghanen wurde in Ländern geboren, die ihre Bürgerrechte nicht respektieren. Vor ein paar Tagen [Mai 2019] drohte ein iranischer Minister den Europäern, indem er sagte, dass er zahlreiche afghanische Flüchtlinge nach Europa schicken würde, wenn die europäischen Staaten ihren Verantwortungen hinsichtlich des Atomabkommens nicht nachkommen werden. In diesem Krieg werden die afghanischen Flüchtlinge Kanonenfutter.

Morteza Khaleghi


Isfahan, Brücke der 33 Bögen. Isfahan, einst als Nabel der Welt bezeichnet, erlebt derzeit eine schwere Krise. Sein Überleben ist abhängig vom Fluss Zayanderood („Der lebensspendende Fluss“). Die Errichtung eines Dammes hat die Gestalt dieses Flusses und damit das Schicksal der Stadt verändert.

Shiraz, eine öffentliche Toilette. Öffentliche Toiletten als Orte der Freiheit. An dieser Stelle äußern die Menschen ihre geheimsten Wünsche wie auch Gedanken zur Politik. Der konservative Flügel der Gesellschaft versucht diese Stimmen mit Slogans gegen den Westen und andere verfeindete Länder zu unterdrücken.

Zeinab konnte nicht weiter zur Schule gehen; die Schulleiterin hat ihre Aufnahme abgelehnt, weil Zeinab unter Konzentrationsschwierigkeiten leidet und in einige Fächern nicht gut genug war.

Khan hat 20 Jahre lang an der Instandsetzung des historischen Zentrums der Stadt mitgearbeitet. Jetzt ist er 70 Jahre alt und arbeitet weiterhin als Maurer und restauriert die Häuser in der Altstadt, um seine vielköpfige Familie zu unterstützen.

Inschrift mit einer Hetze gegen die afghanischen Flüchtlinge, die in der Altstadt von Yazd wohnen. 2017 wurde Yazd in die Liste des UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.

Wasser ist im Iran eine Kostbarkeit. Das Wasserleitungssystem heißt Qanat und wurde vor tausend Jahren von den Persern entwickelt. Die persischen Gärten, die wie einige Qanate zum Weltkulturerbe gehören, bestehen dank dieser Systeme.

Kahgel ist eine Mischung aus Lehm und Stroh. Fast die ganze Altstadt von Yazd wurde mit Kahgel gebaut. Die Bewohner dieser Häuser sind ausschließlich afghanische Familien.

Eine afghanische Frau musste aus dem Bus auszusteigen, der sie in eine andere Stadt, wo ihre kranke Tochter lebt, bringen sollte. Im Iran dürfen die geflüchteten Afghanen ohne die Genehmigung der Behörden ihren Wohnort nicht verlassen und nicht frei reisen.

Mit 11 Jahren fing er an, in einer Mine zu arbeiten. Jahrelang führte er die härtesten und schwierigsten Arbeiten aus. Mit 35 Jahren kann er nicht mehr laufen und hat Schwierigkeiten, sich zu bewegen.

Eine Stahlfabrik. Stahl spielt eine wichtige Rolle bei der Modernisierung eines Landes. In den letzten Jahren haben die Behörden viele Stahlfabriken errichtet, die enorm viel Wasser benötigen. Man ist gezwungen, auf das Grundwasser zuzugreifen. Dies verursacht ein Umweltdesaster in den Wüstenregionen des Landes.

Im Iran herrscht Wehrpflicht und die Männer müssen mit Vollendung des 18. Lebensjahres zwei Jahre Wehrdienst leisten. Dieser Junge wird die nächsten zwei Jahre in den Bergen Teherans verbringen, 900 km von seiner Familie entfernt.

Erinnerung an den ersten Tag im Iran. Während des Krieges mit der Sowjetunion flieht Khord mit seinem Bruder in den Iran, an der Grenze werden sie von iranischen Soldaten festgenommen. Aus Angst, sich zu verlieren, tätowiert der Bruder ihre Namen auf seinen Arm. Khord bittet ihn, auch den Namen ihrer Mutter hinzuzufügen.

Mahdi ist ein Junge mit afghanischen Wurzeln, geboren und aufgewachsen im Iran. Er träumt davon, zu reisen und die Welt zu sehen. Wenn er nicht arbeitet, geht er in die Altstadt, wo viele ausländische Touristen anzutreffen sind. Dort kann er seine Englischkenntnisse verbessern und die Welt durch die Erzählungen der Touristen entdecken.

Parvane ist ein fünfzehnjähriges afghanisches Mädchen. Ihr größter Traum ist es, zu studieren und Ärztin zu werden. Ihre Mutter ist aber der Auffassung, dass eine anständige Frau für ihren Mann kochen können muss.

Zwei afghanische Kinder spielen im öffentlichen Park am Rande der Stadt. Ihre Eltern bauten illegal eine Baracke, wo sie wohnen. Auf dem Foto sieht man in der Ferne ein großes Wohnprojekt der iranischen Regierung für iranischen Staatbürger.

Shirin wurde in Shiraz geboren, heiratete einen Afghanen und zog nach Kashan. Sie kann ihren Personalausweis nicht erneuern, denn Afghanen dürfen keine Afghanen heiraten, die in einer anderen iranischen Stadt wohnen. Sie verlor das einzige Dokument, dass sie in ihrem Leben hatte. Shirin hat eine Schwester in Deutschland und hofft, eines Tages bei ihr leben zu können.




© KHI in Florenz | 11.12.2019 01:53:09