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Encounters: Migrants * Photographers * Artists * Activists

Reza Haidari

Golshahr ist einer der wichtigsten Orte im Iran, wo afghanische Migranten aufgewachsen sind und wo sie ihre jeweiligen Fähigkeiten entwickelt haben. Golshahr steht deshalb beispielhaft für das afghanischen Leben im Iran, ist sozusagen selbst ein kleines Stück Afghanistan.
Golshahr ist ein Stadtviertel von Mashhad, Iran, mit 35.000 Einwohnern, von denen mehr als 80 % vor etwa 40 Jahren aus Afghanistan in den Iran immigrierten. Sie wuchsen hier auf, wurden hier erzogen, arbeiteten, heirateten und wurden Eltern. Ein Großteil der jungen Generation hat Afghanistan nie gesehen und kennt sein Heimatland nur aus den sozialen Medien.
Doch für die iranische Regierung sind die im Iran lebenden Afghanen immer noch Flüchtlinge und Migranten, die ihre Aufenthaltsorte sowie die von ihnen ausgeübten Tätigkeiten nicht einfach frei wählen können. Dennoch ist die junge Generation bestrebt, ein Studium zu absolvieren und im künstlerischen Bereich zu arbeiten.
Heutzutage machen viele junge Menschen einen Universitätsabschluss mit einem Schwerpunkt in den freien Künsten. Daraus sind zahlreiche Werke und Ausstellungen entstanden. Viele haben in den letzten Jahren auch an internationalen Wettbewerben teilgenommen. Sie versuchen, Menschen auf der ganzen Welt ihr Leben, ihre Begabungen und ihre Gedanken durch ihre Werke mitzuteilen.
Junge afghanische Menschen nutzen die Fotografie, um Ereignisse und Geschichten aus ihrem Umfeld zu erzählen. Vor vier Jahren habe ich die Golshahr Photographers Group gegründet, um eine theoretische und praktische Ausbildung anzubieten und die Auszubildenden dabei zu unterstützen, selbst das Leben der Einwanderer festzuhalten.

Reza Haidari


Unter den Schülerinnen und Schülern aus Migrantenfamilien fand in Golshahr ein Wettbewerb in der Herstellung von Makkaroni-Objekten statt. Eines der Mädchenteams gewann den Wettbewerb.

Mittagsstunde an einem heißen Sommertag in Golshahr.

Ein afghanischer Flüchtling, der vor vierzig Jahren in den Iran kam, ist gestorben. Seine Angehörigen bestatten ihn in Golshahr.

Die Freunde Alireza und Mostafa wurden im Iran geboren. Sie sind leidenschaftliche Skater, doch in Golshahr gibt es dafür keinen ausgewiesenen Platz. Sie skaten deshalb im Park vor ihrem Haus.

Die meisten Afghanen, die in den Iran immigrierten, betrieben in ihrer Heimat Landwirtschaft und Viehzucht. Diese Tätigkeiten werden deshalb im heutigen Iran häufig von Migranten ausgeübt.

Seine Freizeit verbringt Mahdi gern mit Hühnern und er ist ein begeisterter Fußballer. Er sagt, eines Tages möchte er ein Star im Barcelona-Team werden wie Lionel Messi.

Muhammad ist 15 Jahre alt. Er hat die Schule verlassen und arbeitet, um zum Lebensunterhalt seiner Familie beizutragen. Hier näht er religiöse Fahnen und hört Popmusik.

Eine der großen afghanischen Ethnien sind die Hazara. Am letzten Tag des Jahres bereiten sie in einem großen Kessel eine Speise, welche Halva sorkh genannt wird. Die Migranten setzen diese Tradition fort.

Ein alter afghanischer Migrant in der Moschee kämmt sich den Bart vor dem Mittagsgebet.

Die Taekwondo-Meisterschaften im Iran werden oft von der Mannschaft der afghanischen Flüchtlingsmädchen gewonnen. Manchmal können sie aber nicht an den Meisterschaften teilnehmen, weil sie nicht die Möglichkeit haben, in entfernte Städte zu reisen. Hier machen sie ein Selfie nach einem Training.

Bis vor einigen Jahren erlaubte die iranische Regierung nicht, dass afghanische Flüchtlingskinder in die Schule gehen. Einige Migranten mieteten deshalb Räumlichkeiten, wo sie heimlich die Kinder in Lesen und Schreiben unterrichteten.

Vor vierzig Jahren kam er in den Iran. Er sagt: Die iranische Revolution Khomeinis hatte gerade gesiegt und es herrschte der Gedanke, dass der Islam keine Grenzen habe. Wir sind Brüder. Aber zehn Jahre später wurden die afghanische Migranten stark unter Druck gesetzt.

Die Afghanen haben oft mehrere Kinder. Sie spielen gerne in den Parks in der Nähe ihrer Wohnungen.

Traditionelle Ziegelbrennereien sind immer noch in Betrieb und viele afghanische Flüchtlingsfamilien wohnen und arbeiten dort. Für einige Kinder ist es ein Vergnügen, mit den Tauben zu spielen.

Sommerabend auf dem überfüllten Markt von Golshahr.

Alireza und Mostafa möchten an der Skating-Weltmeisterschaft teilnehmen und ehrenvoll für Afghanistan gewinnen.




© KHI in Florenz | 10.12.2019 12:05:46