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"Trésors d'art à la portée de tous" – Die Verkaufskataloge der Fotografen

Der Katalog als Einkaufsliste

Für den einzelnen Kunstgelehrten, aber auch für akademische oder wissenschaftliche Institutionen wie die Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz (KHI) bildeten die Kataloge eine wichtige Referenz im Hinblick auf die kontinuierliche Vergrößerung und Vervollständigung der jeweiligen Fotosammlung. Die Verkaufskataloge, die – oft gegen eine Schutzgebühr – direkt beim Fotografen oder auch über Zwischenhändler bezogen werden konnten, wurden eingehend studiert und, wie handschriftliche Markierungen in vielen der Kataloge zeigen, als Grundlage für die Bestellungen neuer Abbildungen genommen. Die dabei erfolgte Auswahl der Formate lässt u.a. Rückschlüsse über den Gebrauch der Fotografien zu; so im Falle der Großformate, die während der wissenschaftlichen Kolloquien am KHI zur Betrachtung hochgehalten oder herumgereicht werden konnten.
Anhand der Kataloge des KHI zeigen sich auch die Bemühungen seitens der Kunden, die Angebotslisten der Fotografen für sich selbst und andere möglichst aktuell und vollständig zu halten. Negativnummern von Fotografien, die durch Schenkungen oder Nachlässe in den Bestand kamen, die aber in den zuletzt erschienenen Katalogen noch nicht aufgeführt waren, wurden häufig nachgetragen.
Die meist unbebilderten und rein deskriptiv angelegten Kataloge konnten hinsichtlich der Auswahl jedoch auch einige Schwierigkeiten bereiten. Gerade bei Stadt- oder Landschaftsaufnahmen waren die der Negativnummer beigefügten Beschreibungen des Fotoinhalts nicht immer aussagekräftig genug. Es kam vor, dass die anhand eines Katalogs erworbene Aufnahme den Erwartungen des Kunsthistorikers bezüglich des abgebildeten Sujets nicht entsprach, da sie seinen Forschungsgegenstand nicht adäquat wiedergab.


Historische Fotokataloge in der Fotobibliothek des KHI

Katalog Pietro Bertojas von 1882 mit dem Stempel der Buchhandlung Hugo Grosser in Leipzig, die den Katalog in ihrem Sortiment führte

Anderson-Katalog von 1900, aus dem die Photothek 1903 insgesamt 112 Fotografien zum Kauf auswählte

Eingangsbuch der Photothek (Det.) mit Nachweis des gezahlten Preises und der Anzahl an Fotografien, die anhand des Anderson-Katalogs von 1900 erworben wurden

KHI-Exemplar des Anderson-Katalogs von 1900 mit Anstreichungen der für den Kauf ausgewählten Fotografien (KHI, Inv. 3232-33, 3248-3251, 3270-71)

Albuminabzug mit der Abbildung von Tizians Heiliger Magdalena als Büßerin, von Anderson im Katalog von 1900 angeboten (KHI, Inv. 3249)

Albuminabzug mit der Abbildung einer der Seitentafeln des Portinari-Triptychons von Hugo van der Goes, von Anderson im Katalog von 1900 angeboten (KHI, Inv. 3271)

Katalog der Fratelli Alinari von 1916 (“Florenz und Umgebung”), mit handschriftlicher Korrektur von Negativnummern sowie hinzugefügten Nummern

Katalog der Fratelli Alinari von 1916 (“Florenz und Umgebung”), mit handschriftlich hinzugefügten Alinari-Aufnahmen, die nach Erscheinen des Katalogs aufgenommen worden waren

Alinari-Aufnahme der Villa Farinola in Scandicci/Florenz, aufgenommen zwischen 1916 und 1930 (KHI, Inv. 56381)

Verzeichnis der Serie “Apulia Monumentale” im Katalog Romualdo Moscionis von 1903. Die Beschreibung der Nr. 5563 lautet “Kastell von Montesantangelo, genannt il Gigante” [Castello di Montesantangelo detto il Gigante]

Ansicht des Kastells von Montesantangelo im Schnee, 1903 von der Photothek erworben (KHI, Inv. 4295)




© KHI in Florenz | 04.12.2021 18:48:56