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Casa Zuccari

Grußwort

Im Jahre 1833 inszenierte Alfred de Musset in dem Haus Andrea del Sartos in Florenz ein Drama, das mit dem Selbstmord des Malers endete, der über die Untreue seiner Gattin wie auch über das Ende der Renaissance der Künste verzweifelt war. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts brachte das Haus des „pittore senza errori“ noch keine derartigen romantisch-pessimistischen Reflektionen hervor – im Gegenteil: Federico Zuccari erwarb 1578 das Gebäude gerade mit dem Ziel, eine ideale genealogische Linie mit dem allerorten verehrten Andrea del Sarto herzustellen. Nicht nur sollten damit die künstlerischen Gaben Zuccaris gepriesen werden, sondern das Haus sollte darüber hinaus seinen Rang innerhalb der Florentiner Gesellschaft manifestieren. Einen Wendepunkt im sozialen Emanzipationsprozess des Künstlers hatte kurz zuvor Giorgio Vasari unter anderen mit seinen Häusern in Arezzo und Florenz gesetzt. Und es waren sicherlich genau diese autoreferentiellen Zyklen der Wohnhäuser Vasaris, von denen sich Zucccari zu seinen Freskendekorationen inspirieren ließ – sowohl in Florenz wie später auch in noch ambitionierterer Weise in seinem römischen Palazzo. Ebenso wie seine hoch gestellten Auftraggeber machte der Künstler aus seinem eigenen Haus ein Instrument der Selbstdarstellung mithilfe der Malereien mythologischer und allegorischer Thematik, die Ausdruck eines elaborierten ikonographischen Programms sind.
Die Casa Zuccari wurde 1987 dem Kunsthistorischen Institut in Florenz übergeben. Seit 2005 schließlich bietet das Gebäude neben einigen Büros zahlreichen Veranstaltungen des Instituts Raum. Die Online-Ausstellung, die wir hier präsentieren, ist eine weitere Möglichkeit, über die große Zahl an internationalen Nutzern des Instituts hinaus einem größeren Publikum die Pforten zu öffnen.

Costanza Caraffa



© KHI in Florenz | 13.11.2019 10:45:59