Foto-Objekte und Kunstgewerbe in der Photothek

Grußwort

Fotografien sind nicht nur Bilder, sondern auch dreidimensionale, durch Geschichte und Gebrauch geformte Objekte, deren Biographien sich in den Spuren ihrer Nutzung, in den Beschriftungen, Nummerierungen, Retuschen, Schadensbildern und anderen Einschreibungen abzeichnen. Einerseits bilden die Fotografien Objekte ab, andererseits sind sie selbst materielle Artefakte und damit „Foto-Objekte“ im doppelten Sinne. Der internationale Diskurs über die Materialität von Fotografien und Fotoarchiven prägt seit einigen Jahren die Forschung an der Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz. Hierauf basiert auch das Verbundprojekt „Foto-Objekte – Fotografien als (Forschungs-)Objekte in Archäologie, Ethnologie und Kunstgeschichte“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Ausschreibung „Die Sprache der Objekte“ gefördert wird. Die Florentiner Photothek arbeitet dabei mit der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek und der Antikensammlung (beide Staatliche Museen zu Berlin), sowie mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin zusammen. Das in Florenz angesiedelte Teilprojekt untersucht die Sektion „Kunstgewerbe“. Mit der Online-Ausstellung möchten wir dieses Konvolut präsentieren, indem wir einige der dort versammelten Fotografien (zumindest virtuell) in die Hand nehmen, als gegenständliche und „sprechende“ Objekte betrachten – und ihnen zuhören. Im Herbst 2016 wird sich eine weitere Online-Ausstellung dem gesamten Verbundprojekt widmen.

Costanza Caraffa



© KHI in Florenz | 18.12.2017 13:43:20