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Giuliano da Sangallos Architektur der Fläche

Grußwort

In den Jahren, in die auch die Gründung des Kunsthistorischen Instituts in Florenz und seiner Photothek fällt (1897), erhielt die bis dahin historiographisch wenig beleuchtete Figur Giuliano da Sangallos dank der Studien Heinrich von Geymüllers, Christian Huelsens und vor allem Cornelius von Fabriczys ein schärferes Profil. Die Gelehrten konnten für ihre Arbeit auch auf eine stetig steigende Zahl an Architekturfotografien zurückgreifen, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu zirkulieren begannen. Anfang des 20. Jahrhunderts widmeten sich unter der Leitung von Geymüller und Huelsen zudem erste systematische Fotokampagnen den Zeichnungen Sangallos. Einige dieser Fotografien, die als Geschenk Geymüllers oder im Nachlass von Fabriczy (1911) an das KHI kamen, bildeten in der Photothek den Grundstein des Konvoluts, welches das Werk Giuliano da Sangallos dokumentiert. Aufnahmen von fotografierenden Kunsthistorikern wie Hilde Lotz-Bauer aus den dreißiger und vierziger Jahren, oder Ralph Liebermann aus den neunziger Jahren, zeigen unterschiedliche Arten der visuellen Annäherung an die Architektur Sangallos. Ergänzt wird die Online-Ausstellung durch Aufnahmen des Mailänder Fotografen Václav Šedý, die im Jahre 2016 im Rahmen einer von der Direktion Nova in Auftrag gegebenen Fotokampagne entstanden. Ein wirkliches Palimpsest zeigt die Ausstellung mit einer Fotografie des Palazzo Cocchi (Inv. Nr. 10677). Sie trägt die durchgestrichene Zuschreibung an Baccio d’Agnolo und die aufgrund der in den Jahren 1912-14 erfolgten Neuordnung des Klassifikationssystems modifizierte Signatur. Damit präsentieren die hier gezeigten Fotografien auch materielle und wissenschaftliche Praktiken sowie ein Stück Forschungsgeschichte zu Giuliano da Sangallo.

Costanza Caraffa und Dario Donetti



© KHI in Florenz | 20.08.2019 21:34:41